Oliver Palotai, geb. 17 März 1974 in Sindelfingen, Deutschland.
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Oliver Palotai ist Gitarrist, Pianist und Komponist, als Live- und Studiomusiker unterwegs, sowie Musikpädagoge. Derzeit ist er Mitglied der Band um die "First Lady of Metal", Doro Pesch, und Kamelot, eine der weltweit erfolgreichsten Progressive Metal- Acts aus Florida (Keyboards). In der Vergangenheit spielte er u.a. für den ehemaligen Iron Maiden- Sänger Blaze Bayley, für Uli Jon Roth, einen der einflussreichsten Gitarristen der Rock- Geschichte und Mit- Begründer der Scorpions, und für Circle II Circle, das Projekt des Ex- Savatage Frontmanns Zak Stevens. 2007 startete Oliver eine eigene Band, Sons Of Seasons.
www.sonsofseasons.com Darüber hinaus komponiert und produziert er in verschiedensten Stilen und ist als Jazz- Pianist unterwegs. |
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Schwerpunkt Musik: 1998- 2003 Studium an der Musikhochschule Nürnberg- Augsburg in der Klavierklasse von Prof. Martin Schrack. Ausbildung für Komposition, Musikproduktion und Arrangement. Seit 2005 Keyboarder bei Kamelot |
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Sonstiges:
1991- 1995 an freier Mitarbeiter der Kulturredaktion der
'Sindelfinger Zeitung und der 'Kreiszeitung Böblingen' im Bereich
Musik. Journalistisches Praktikum bei der 'Kreiszeitung Böblingen'
mit Schwerpunkt Kultur- und Musikjournalismus...
1. Preisträger beim wichtigsten Wettbewerb für junge Jazzmusiker, Bundesbegegnung JugendJazzt,
1999, und 2003 erster Preisträger beim Wettbewerb für Jazz Ensembles des Rotary Clubs Nürnberg.
Das Interview vom 23.10.2010:
Hallo Oliver,
als begeisteter Fan von Kamelot und Dir als Pianisten freue ich
mich extrem, Dir ein paar Fragen stellen zu dürfen.
Als erstes: Wie geht es Dir, Du hast ein heftiges Jahr hinter
Dir...
Eigentlich kann ich mich nicht an ein geruhsames Jahr erinnern,
zumindest nicht, seit ich professionell Musik mache. Zumindest
bekomme ich die Unart allmählich in den Griff, an zu vielen
Projekten gleichzeitig zu arbeiten. Ganz vermeiden lassen sich
extrem stressige Perioden aber auch nicht - das ist Teil dieses
Berufes. Aber ich bin zufrieden. Ich wache jeden Morgen auf und
freue mich auf meine Arbeit. Froh bin ich aber zumindest, dass die
Festivalsaison vorbei ist. So schön Wacken, Sweden Rock oder
ProgPower sein können, so viel Zeit geht den Bach runter mit Reisen
und Warten.
Was treibt Dich an, so viele Projekte parallel zu
machen, Deine eigene Band Sons of Seasons, Kamelot,
Aushilfskeyboarder...
Bleibt da noch Zeit für Dich als Oliver
Palotai?
Da kommt ja noch viel mehr dazu. Produktion und Orchestration
entwickeln sich allmählich zum zeitintensivsten Teil meiner
Tätigkeit. Die reine Instrumentalistenschiene war immer schon nur
vorübergehend gedacht. Ich sitze lieber im Studio als in einem
Tourbus, produziere Bands, arbeite an Eigenkompositionen oder
Filmmusik. Neben der Arbeit gibt es im Moment nicht viel. Jegliche
freie Stunden verbringe ich mit meiner Freundin, da wir ohnehin
nicht
viel Zeit füreinander haben.
Wie schaffst Du als begnadeter Keyboarder z.B. bei
Kamelot den Sprung, nicht alle Lines live spielen zu können.
Ist dies nicht ein wenig unbefriedigend? In wie weit erschwert es
den Liveauftritt für Dich?
Es ist nun mal schlicht unmöglich, den symphonischen Sound einer
Band wie Kamelot mit zwei Händen live zu reproduzieren. Vom
Sequenzer kommen ohnehin hauptsächlich die Spuren, die ja
eigentlich auch im Studio nicht "live" eingespielt wurden, zum
Beispiel Sounds, die durch den Arpeggiator gejagt wurden. Piano,
Strings, Cembalo und viele der primären Sounds spiele ich
selbst.
Geht so nicht jede Menge "live feeling"
flöten?
Entweder akzeptiert man dieses Konzept oder man ist im falschen
Genre. Wenn ich anderweitig mit einer Jazz- Combo spiele, zum
Beispiel mit meinem eigenen Trio, entwickelt sich natürlich eine
völlig andere Dynamik. Die Stücke sind jeden Abend etwas anders.
Auch wenn ich hin und wieder mit meinem früheren
"Hauptarbeitsgeber", mit Doro Pesch und ihrer Band" spiele, ist das
so, weil wir nicht zu einem Click spielen. Aber sowohl Jazz wie
auch der Hardrock- Sound von Doro bauen nicht auf 60 Synthesizer-
und Orchestrationsspuren auf. Allerdings:
Auch bei Kamelot raucht gelegentlich der Sequenzer ab. Meine Parts
decken aber soviel vom Sound ab, dass dies bislang noch niemandem
auffiel.
In Deinem Interview auf dem DVD-Beileger der neuen
Kamelot-CD "Poetry for the proisoned" sagst Du, daß Du am Morgen
oder generell sehr gerne Klassik spielst. Wie kommst Du zu der
Musikrichtung in der eigenen Band oder Kamelot oder zur Richtung
der Band Deiner Freundin Simone, zu Epica?
Ich komme von der Klassik und vom Jazz her.
Dass ich heute soviel im Metal unterwegs bin, war mehr oder weniger
ein Zufall. Damals suchte Doro einen Keyboarder, der ebenso Gitarre
spielt, und dieses Gesuch erreichte über tausend Umwege die
Hochschule Nürnberg, an der ich damals Musik studierte. Für einen
Studenten ist die Aussicht auf besser bezahlte Welttourneen nun mal
sehr verlockend, und als Jazzer bzw. Klassiker konnte ich ohnehin
jeden Stil recht
schnell "knacken". Einmal angekommen, bekam ich nach und nach sehr
viele Angebote auch von anderen Bands. Später merkte ich, dass es
im Metal Bands gibt, die technisch und harmonisch mit Jazz und
Klassik gleichziehen können und, noch besser, ein Publikum, welches
dies akzeptiert. An reinem Prog bin ich allerdings nach wie vor
nicht sonderlich interessiert. Gerade im Bereich Keyboards reizt
mich das wenig. Nimm eine Chopin- Etüde und nahezu alles, was im
Metal technisch umgesetzt wird, verblasst dagegen. Mein Interesse
gilt mehr guten Songs.
Wie ist es "beruflich" mit Simone zu arbeiten? Nein ich
möchte keine Geschichten aus dem Nähkästchen ;-) - Seid Ihr Euch
musikalisch wie privat einig?
Es ist gut, dass wir denselben Job, dieselbe Leidenschaft - Musik -
haben. Im Gegensatz zu meinen früheren Freundinnen hat sie ein
völliges Verständnis für meinen Lebensstil, welcher derselbe wie
ihrer ist. Musikalisch ist sie ebenso vielseitig wie ich selbst.
Sie singt Klassik, Metal und Jazz.
Ich denke, Dich als Tausendsassa zu bezeichnen, ist
nicht falsch. Neben den vielen Engagements ist die Gitarre Dein
2tes Instrument. Wie kam es hierzu?
Mit 15 wollte ich ein weiteres Instrument
erlernen, und da wir damals unsere erste Band gründeten, lag die
Gitarre nahe. Später dann der E- Bass. Ich möchte noch Cello lernen
und meine eingeschlafenen Fähigkeiten an der Altflöte
auffrischen.
Erzähle mir etwas zu Deiner Liebe zum Yamaha
Motif.
Mir sind Naturinstrument- Sounds sehr wichtig
in einer Workstation. Die Motif-Klaviersounds sind überragend, es
gibt gute Streicher, Gitarren und Blasinstrumente. Dazu kommt das
sehr gute Anschlagsgefühl der Tasten, sowohl der gewichteten wie
ungewichteten Modelle. Ich habe einen sehr harten Anschlag und das
Instrument muss damit "umgehen" können. Weiter sind die Motifs
ungeheuer robust. Mein ES7 z.B. fiel zwei Mal wegen ungeschickter
Stagecrew mit voller Wucht auf den Boden und überlebte unzählige
Flüge und raues Bodenpersonal unbeschadet. Es stand in glühender
Hitze in Brasilien oder Spanien, und hielt Regengüsse auf
Festivalbühnen in England aus. Für einen tourenden Musiker ist das
ein ganz wichtiges Argument.
Was hat es mit den geplanten Videos zum Yamaha Motif
auf sich? Wirst Du Bert Smorenburg konkurrenz machen?
;-)
Die Videos werden keine direkten, umfassenden Präsentationsvideos
des Motifs sein. Das Motif XF wird mich nur durch alle Videos
begleiten und natürlich werde ich es in einem Teil auch vorstellen.
Hauptgrund für die Videos ist, dass ich endlich einen Querschnitt
durch meine Tätigkeit als Keyboarder präsentieren möchte, einen
Streifzug durch meine Einflüsse, Herangehensweisen, Erfahrungen
usw.
Zwar interessiere ich mich sehr für Technik, bin aber in erster
Linie Musiker. Es gibt Aspekte des Motifs, mit denen ich mich
bislang nur oberflächlich beschäftigt habe, wie z.B. dem
Sequenzer.
Rein privates Interesse: Auf der DVD zu Karma sitzt Du
im Interview vor einem Ibach Flügel. Ist es Deiner?
Ich wünschte, es wäre so. Leider besitze ich
keinen.
Das neue Kamelotalbum ist wahrlich etwas Neues, Kamelot
hört sich anders an, ich würde sagen: Rockiger. Welchen Einfluß
hattest Du auf den neuen Stil?
Wir entwickeln uns gemeinsam. Ich glaube, man kann auf "Dissection"
und "Thespian Drama", den Tracks, die ich geschrieben habe, recht
gut hören, dass sie sich etwas vom bisherigen Kamelot- Stil
unterscheiden. Das Hauptsongwriter-Team ist nach wie vor Roy Khan
und Thomas Youngblood. Ich bin ja erst seit fünf Jahren in der
Band; Kamelots Sound ist ziemlich speziell und delikat. Trotz des
Angebots, mehr zum Songwriting beizutragen, habe ich mich bislang
eher zurückgehalten. Never change a winning team. Aber in der
Zukunft werde ich doch wohl mehr beitragen, nachdem man jetzt
gemeinsames Terrain gefunden hat.
Was sind Deine nächsten
Projekte?
In zwei Wochen schicken wir die neue Sons Of Seasons- Platte in den
Mix. Das wird ein gewaltiger Schritt für die Band - was auch nicht
erstaunlich ist angesichts der Tatsache, dass dies erst das zweite
Album ist und wir in produktionstechnischer Hinsicht beim Debut
mächtig Lehrgeld bezahlt haben. Außerdem starte ich irgendwann
nächstes Jahr eine neue Webseite, insbesondere auch in Hinsicht
meiner Produktionsfirma, die mehr und mehr an Fahrt gewinnt. Und,
ebenfalls mehr als überfällig, es stehen zwei Jazz- Alben an.
Privat möchte ich wieder mehr zum Üben kommen; ich habe immer einen
Bogen um Beethoven gemacht - das soll sich ändern. Wer mir außerdem
Tage mit mehr als 24 Stunden verkaufen kann, soll sich umgehend
melden!
Vielen Dank, daß Du Dir die Zeit, für dieses kurze
Interview, genommen hast.
Viel Erfolg auf Deinen Wegen
Take care






