Die Seite vom Kayboarder

Oliver Palotai

Oliver Palotai, geb. 17 März 1974 in Sindelfingen, Deutschland.

Oliver Palotai ist Gitarrist, Pianist und Komponist, als Live- und Studiomusiker unterwegs, sowie Musikpädagoge.

Derzeit ist er Mitglied der Band um die "First Lady of Metal",  Doro Pesch, und  Kamelot, eine der weltweit erfolgreichsten Progressive Metal- Acts aus Florida (Keyboards).

In der Vergangenheit spielte er u.a. für den ehemaligen Iron Maiden-  Sänger Blaze Bayley, für Uli Jon Roth, einen der einflussreichsten Gitarristen der Rock- Geschichte und Mit- Begründer der Scorpions, und für  Circle II Circle, das Projekt des Ex- Savatage Frontmanns Zak Stevens.

2007 startete Oliver eine eigene Band, Sons Of Seasons. www.sonsofseasons.com 
mit der er im April 2009 das Debut 'Gods Of Vermin' veröffentlichte.
Im März 2011 erscheint das Folgealbum.

Darüber hinaus komponiert und produziert er in verschiedensten Stilen und ist als Jazz- Pianist unterwegs.

 

Schwerpunkt Musik:
Geboren 1974, klassischer Klavierunterricht ab dem achten Lebensjahr.
Von 1992- 95 Ausbildung für Jazz- Gitarre bei Wieland Harms in Tübingen.
1995 Aufnahme in die Academy of Contemporary Music in Zürich, Weiterführung des Jazz- Klavierstudiums
Ab 1996 bei David Gazarov in München.
1998- 2001 Mitglied des Landesjugendjazzorchesters Baden- Württemberg unter der Leitung von Prof. Bernd Konrad.
2002 Abschluß Diplomstudiengang Musikpädagogik. 2003 Abschluß Diplomstudiengang Künstlerische Ausbildung/ Berufsmusiker.

1998- 2003 Studium an der Musikhochschule Nürnberg- Augsburg in der Klavierklasse von Prof. Martin Schrack. Ausbildung für Komposition, Musikproduktion und Arrangement.

Seit 2005 Keyboarder bei Kamelot

www.kamelot.com

 

Sonstiges:
1991- 1995 an freier Mitarbeiter der Kulturredaktion der 'Sindelfinger Zeitung und der 'Kreiszeitung Böblingen' im Bereich Musik. Journalistisches Praktikum bei der 'Kreiszeitung Böblingen' mit Schwerpunkt Kultur- und Musikjournalismus...

1. Preisträger beim wichtigsten Wettbewerb für junge Jazzmusiker, Bundesbegegnung JugendJazzt,

1999, und 2003 erster Preisträger beim Wettbewerb für Jazz Ensembles des Rotary Clubs Nürnberg.

Das Interview vom 23.10.2010:

Hallo Oliver,
als begeisteter Fan von Kamelot und Dir als Pianisten freue ich mich extrem, Dir ein paar Fragen stellen zu dürfen.
Als erstes: Wie geht es Dir, Du hast ein heftiges Jahr hinter Dir...

Eigentlich kann ich mich nicht an ein geruhsames Jahr erinnern, zumindest nicht, seit ich professionell Musik mache. Zumindest bekomme ich die Unart allmählich in den Griff, an zu vielen Projekten gleichzeitig zu arbeiten. Ganz vermeiden lassen sich extrem stressige Perioden aber auch nicht - das ist Teil dieses Berufes. Aber ich bin zufrieden. Ich wache jeden Morgen auf und freue mich auf meine Arbeit. Froh bin ich aber zumindest, dass die Festivalsaison vorbei ist. So schön Wacken, Sweden Rock oder ProgPower sein können, so viel Zeit geht den Bach runter mit Reisen und Warten.
 
Was treibt Dich an, so viele Projekte parallel zu machen, Deine eigene Band Sons of Seasons, Kamelot, Aushilfskeyboarder...
Bleibt da noch Zeit für Dich als Oliver Palotai?

Da kommt ja noch viel mehr dazu. Produktion und Orchestration entwickeln sich allmählich zum zeitintensivsten Teil meiner Tätigkeit. Die reine Instrumentalistenschiene war immer schon nur vorübergehend gedacht. Ich sitze lieber im Studio als in einem Tourbus, produziere Bands, arbeite an Eigenkompositionen oder Filmmusik. Neben der Arbeit gibt es im Moment nicht viel. Jegliche freie Stunden verbringe ich mit meiner Freundin, da wir ohnehin nicht
viel Zeit füreinander haben.

Wie schaffst Du als begnadeter Keyboarder z.B. bei Kamelot den Sprung, nicht alle Lines live spielen zu können.
Ist dies nicht ein wenig unbefriedigend? In wie weit erschwert es den Liveauftritt für Dich?

Es ist nun mal schlicht unmöglich, den symphonischen Sound einer Band wie Kamelot mit zwei Händen live zu reproduzieren. Vom Sequenzer kommen ohnehin hauptsächlich die Spuren, die ja eigentlich auch im Studio nicht "live" eingespielt wurden, zum Beispiel Sounds, die durch den Arpeggiator gejagt wurden. Piano, Strings, Cembalo und viele der primären Sounds spiele ich selbst.

Geht so nicht jede Menge "live feeling" flöten?

Entweder akzeptiert man dieses Konzept oder man ist im falschen Genre. Wenn ich anderweitig mit einer Jazz- Combo spiele, zum Beispiel mit meinem eigenen Trio, entwickelt sich natürlich eine völlig andere Dynamik. Die Stücke sind jeden Abend etwas anders. Auch wenn ich hin und wieder mit meinem früheren "Hauptarbeitsgeber", mit Doro Pesch und ihrer Band" spiele, ist das so, weil wir nicht zu einem Click spielen. Aber sowohl Jazz wie auch der Hardrock- Sound von Doro bauen nicht auf 60 Synthesizer- und Orchestrationsspuren auf. Allerdings:
Auch bei Kamelot raucht gelegentlich der Sequenzer ab. Meine Parts decken aber soviel vom Sound ab, dass dies bislang noch niemandem auffiel.

In Deinem Interview auf dem DVD-Beileger der neuen Kamelot-CD "Poetry for the proisoned" sagst Du, daß Du am Morgen oder generell sehr gerne Klassik spielst. Wie kommst Du zu der Musikrichtung in der eigenen Band oder Kamelot oder zur Richtung der Band Deiner Freundin Simone, zu Epica?

Ich komme von der Klassik und vom Jazz her. Dass ich heute soviel im Metal unterwegs bin, war mehr oder weniger ein Zufall. Damals suchte Doro einen Keyboarder, der ebenso Gitarre spielt, und dieses Gesuch erreichte über tausend Umwege die Hochschule Nürnberg, an der ich damals Musik studierte. Für einen Studenten ist die Aussicht auf besser bezahlte Welttourneen nun mal sehr verlockend, und als Jazzer bzw. Klassiker konnte ich ohnehin jeden Stil recht
schnell "knacken". Einmal angekommen, bekam ich nach und nach sehr viele Angebote auch von anderen Bands. Später merkte ich, dass es im Metal Bands gibt, die technisch und harmonisch mit Jazz und Klassik gleichziehen können und, noch besser, ein Publikum, welches dies akzeptiert. An reinem Prog bin ich allerdings nach wie vor nicht sonderlich interessiert. Gerade im Bereich Keyboards reizt mich das wenig. Nimm eine Chopin- Etüde und nahezu alles, was im Metal technisch umgesetzt wird, verblasst dagegen. Mein Interesse gilt mehr guten Songs.

Wie ist es "beruflich" mit Simone zu arbeiten? Nein ich möchte keine Geschichten aus dem Nähkästchen ;-) - Seid Ihr Euch musikalisch wie privat einig?

Es ist gut, dass wir denselben Job, dieselbe Leidenschaft - Musik - haben. Im Gegensatz zu meinen früheren Freundinnen hat sie ein völliges Verständnis für meinen Lebensstil, welcher derselbe wie ihrer ist. Musikalisch ist sie ebenso vielseitig wie ich selbst. Sie singt Klassik, Metal und Jazz.
 
Ich denke, Dich als Tausendsassa zu bezeichnen, ist nicht falsch. Neben den vielen Engagements ist die Gitarre Dein 2tes Instrument. Wie kam es hierzu?

Mit 15 wollte ich ein weiteres Instrument erlernen, und da wir damals unsere erste Band gründeten, lag die Gitarre nahe. Später dann der E- Bass. Ich möchte noch Cello lernen und meine eingeschlafenen Fähigkeiten an der Altflöte auffrischen.
 
Erzähle mir etwas zu Deiner Liebe zum Yamaha Motif.

Mir sind Naturinstrument- Sounds sehr wichtig in einer Workstation. Die Motif-Klaviersounds sind überragend, es gibt gute Streicher, Gitarren und Blasinstrumente. Dazu kommt das sehr gute Anschlagsgefühl der Tasten, sowohl der gewichteten wie ungewichteten Modelle. Ich habe einen sehr harten Anschlag und das Instrument muss damit "umgehen" können. Weiter sind die Motifs ungeheuer robust. Mein ES7 z.B. fiel zwei Mal wegen ungeschickter Stagecrew mit voller Wucht auf den Boden und überlebte unzählige Flüge und raues Bodenpersonal unbeschadet. Es stand in glühender Hitze in Brasilien oder Spanien, und hielt Regengüsse auf Festivalbühnen in England aus. Für einen tourenden Musiker ist das ein ganz wichtiges Argument.

Was hat es mit den geplanten Videos zum Yamaha Motif auf sich? Wirst Du Bert Smorenburg konkurrenz machen? ;-)

Die Videos werden keine direkten, umfassenden Präsentationsvideos des Motifs sein. Das Motif XF wird mich nur durch alle Videos begleiten und natürlich werde ich es in einem Teil auch vorstellen. Hauptgrund für die Videos ist, dass ich endlich einen Querschnitt durch meine Tätigkeit als Keyboarder präsentieren möchte, einen Streifzug durch meine Einflüsse, Herangehensweisen, Erfahrungen usw.
Zwar interessiere ich mich sehr für Technik, bin aber in erster Linie Musiker. Es gibt Aspekte des Motifs, mit denen ich mich bislang nur oberflächlich beschäftigt habe, wie z.B. dem Sequenzer.

Rein privates Interesse: Auf der DVD zu Karma sitzt Du im Interview vor einem Ibach Flügel. Ist es Deiner?

Ich wünschte, es wäre so. Leider besitze ich keinen.

Das neue Kamelotalbum ist wahrlich etwas Neues, Kamelot hört sich anders an, ich würde sagen: Rockiger. Welchen Einfluß hattest Du auf den neuen Stil?

Wir entwickeln uns gemeinsam. Ich glaube, man kann auf "Dissection" und "Thespian Drama", den Tracks, die ich geschrieben habe, recht gut hören, dass sie sich etwas vom bisherigen Kamelot- Stil unterscheiden. Das Hauptsongwriter-Team ist nach wie vor Roy Khan und Thomas Youngblood. Ich bin ja erst seit fünf Jahren in der Band; Kamelots Sound ist ziemlich speziell und delikat. Trotz des Angebots, mehr zum Songwriting beizutragen, habe ich mich bislang eher zurückgehalten. Never change a winning team. Aber in der Zukunft werde ich doch wohl mehr beitragen, nachdem man jetzt gemeinsames Terrain gefunden hat.

Was sind Deine nächsten Projekte?

In zwei Wochen schicken wir die neue Sons Of Seasons- Platte in den Mix. Das wird ein gewaltiger Schritt für die Band - was auch nicht erstaunlich ist angesichts der Tatsache, dass dies erst das zweite Album ist und wir in produktionstechnischer Hinsicht beim Debut mächtig Lehrgeld bezahlt haben. Außerdem starte ich irgendwann nächstes Jahr eine neue Webseite, insbesondere auch in Hinsicht meiner Produktionsfirma, die mehr und mehr an Fahrt gewinnt. Und, ebenfalls mehr als überfällig, es stehen zwei Jazz- Alben an. Privat möchte ich wieder mehr zum Üben kommen; ich habe immer einen Bogen um Beethoven gemacht - das soll sich ändern. Wer mir außerdem Tage mit mehr als 24 Stunden verkaufen kann, soll sich umgehend melden!

Vielen Dank, daß Du Dir die Zeit, für dieses kurze Interview, genommen hast.
Viel Erfolg auf Deinen Wegen
Take care