Geboren 1966 in Rotterdam

Bert Smorenburg ist internationaler Produktfachmann und -vorführer der seit vielen Jahren weltweit unterwegs ist, um Yamahas Synthesizer und Workstations zu präsentieren. In Holland arbeitet er als professioneller Musiker aber auch als Aufnahmeingenieur und Musikproduzent
Ihr müsst ihn einfach erleben - ein Genuß! Auf youtube werdet Ihr zahlreiche Videos seiner Produktdemonstrationen finden.
Bert Smorenburg – kurz „Bertje“ stand auf der Musikmesse zwischen seinen Shows für ein ausführliches Interview zur Verfügung.
Bert, wie bist Du zur eigentlich zur Musik
gekommen?
Mein Vater war ein Orgel-Spieler. Wir
hatten zu Hause eine klassische Orgel. Ich fing an darauf zu
spielen, als ich 5 Jahre alt war!
Meine Eltern sagten dann, OK er hat offenbar ein musikalisches
Talent, also soll er Orgel-Unterricht bekommen.
Nach dem Schulabschluß studierte ich dann zunächst 4 Jahre lang
klassische Orgel am Konservatorium in Utrecht. Dann wechselte ich
zum Konservatorium in
Rotterdam, wo ich die Hauptfächer Popmusik, Keyboards und
Aufnahmetechnik belegte und 1994 den Abschluß machte.
In der damaligen Zeit hielt ich Ausschau nach anderen musikalischen
Ausdrucksmöglichkeiten. Das ausschließliche Spielen nach
festgelegten Noten in sagte mir auf die Dauer nicht zu. Ich begann
beispielsweise auch E-Baß zu spielen. Ich wollte mehr Kontakt zu
meinem Instrument haben, etwas um meinen Hals hängen zu können. Ich
experimentierte auch mit Tape-Recordern im Overdub-Verfahren. Und
während meines Studiums der klassischen Orgel hatte ich mich
bereits „heimlich“ mit FM-Synthesizern beschäftigt.
Und Du hast Dich dann immer mehr mit dem Bereich
Synthesizer und Electronic angefreundet?
Genau. In
meinem ersten Jahr auf dem Konservatorium in Rotterdam nahm ich an
einem Wettbewerb für Komposition und Elektronische Musik teil und
bekam den ersten Preis. Sofort waren Korg und Roland mit Angeboten
da. Ich begann also mit Jobs für Roland (JD-800) und später für
Korg, für die ich zwei Jahre lang Vorführungen in Holland
machte.
Ich begann mit der 01/W und der Wavestation, später kam der Trinity
hinzu.
Und seit wann bist Du für Yamaha tätig?
Das müßten etwa 11 Jahre her sein. Ich begann mit der Demonstration
des EX5 für Yamaha Netherlands. Nach einem Jahr wurde ich erstmals
zur Musikmesse
nach Frankfurt eingeladen, um dort den EX5 zu präsentieren. Mein
Show-Konzept wich stark von der damals praktizierten Art der
Vorführungen ab, die sehr
detail-orientiert waren.
Die humoristischen Einlagen waren übrigens nicht nur geplant,
sondern ergaben sich teilweise auch ungewollt aus der Situation.
Bei der EX5- Demonstration stand das Keyboard auf einem
Ultimate-Keyboardständer, der ja nur einen Fuß in der Mitte hat.
Nach einigen Adrenalinstößen durch die tolle Atmosphäre am
Messestand habe ich im oberen Keyboardbereich so hart auf die
Tasten gehauen, daß das Keyboard umkippte und vom Ständer fiel. Der
EX5 war aber robust genug, um dies zu überstehen. Anschließend hat
man bei Yamaha darüber diskutiert, ob ich das künftig im Interesse
des Equipments vermeiden oder als ständigen Show-Effekt einbauen
sollte.

Wie kamen Deine ersten Shows beim Auftraggeber und beim
Publikum an?
Für Yamaha war das zunächst etwas
ungewohnt. Die anfängliche Skepsis wuchs aber schnell der
Überzeugung, daß meine unterhaltsame Art der Vorführung beim
Publikum gut ankommt und dadurch der gewünschte Promotion-Effekt
besser realisierbar ist als bei sehr informativen Vorführungen. Ich
bekam zudem sehr schnell Angebote anderer Yamaha-Divisionen in
Europa, Asien und Amerika.
Gibt es denn noch irgendwelche Länder oder Regionen, die
Du nicht als Yamaha-Performer besucht hast?
Ich glaube nicht – es waren wohl an die 40 Länder, die ich bisher
für Yamaha besucht habe.
Hattest Du in den vergangenen 10 Jahren Deiner Tätigkeit
für Yamaha auch noch Zeit für andere Jobs?
Ja, durchaus. Ich habe ja nicht nur als Musiker, sondern auch als
Recording-Engineer graduiert.
Bereits kurz nach meiner Ausbildung begann ich meine Tätigkeit in
einem Tonstudio. Das war damals ein Vollzeitjob. Dann entschied ich
mich, künftig
unabhängig zu arbeiten. Ich gründete meine eigne Firma Smoor
Productions und das eröffnete das Smoor Studio. Meine Arbeit als
freiberuflicher Musiker, Recording-Engineer und Producer ist
seitdem meine Haupttätigkeit in Holland.
Ist es schwierig, diesen Tätigkeitsbereich mit Deinen
umfangreichen Yamaha-Tourneen vereinbaren?
Ich habe bewußt darauf verzichtet, in einer Live-Band zu spielen.
Da würde es doch erhebliche Terminkonflikte geben. Für
Studio-Produktionen bleibt aber zwischen den Tourneen noch genug
Zeit.
Um welche Art von Produktionen handelt es sich
dabei?
Eigentlich um jede Art von Produktionen, beispielsweise Rock-Bands
oder auch klassische Orchester. Manchmal bin ich als
Recording-Engineer und Producer tätig, mnachmal aber auch als
Mixer, wenn eine Band mit fertigen Tracks kommt, die professionell
angemischt werden sollen.
Wenn Du an Deine Karriere bei Yamaha zurückdenkst, was
waren da die Highlights?
Für mich sind immer die
Menschen die Highlights! Was am meisten in der Erinnerung hängen
bleibt, sind wirlich die Menschen mit denen ich gearbeitet
habe.
Insofern ist die Fankfurter Musikmesse schon ein absolutes
Highlight. Ich treffe hier in kürzester Zeit Kollegen aus der
ganzen Welt. Ich begrüße sozusagen in jeder Minute neue Musiker –
das ist fantastisch!

Quelle: Yamaha Motif News Guide 04-08
Hier der Link zu Berts Website:
http://www.smoor.nl/