Annette Humpe (* 28. Oktober 1950 in Hagen; weitere benutzte Schreibweisen: Anete oder Anette) ist eine deutsche Pop-Sängerin und Musik-Produzentin. Humpes Gruppen Ideal und DÖF gehörten zu den bedeutendsten und auch stilbildenden Vertretern der Neuen Deutschen Welle. Seit dem Jahr 2004 ist sie nach langer Pause mit dem Projekt Ich+Ich auch wieder als Sängerin aktiv.
Geboren wurde Annette Humpe am 28. Oktober 1950 im westfälischen
Hagen; ihren Vornamen verwendete sie übrigens bewusst in den drei
Varianten: Annette, Anete und Anette. Im Elternhaus wurde sie,
ebenso wie ihre jüngere Schwester Inga (geb. am 13. Januar 1956 in
Hagen), schon in frühen Jahren mit Musik vertraut gemacht.
Annette Humpe wurde 1992 Mutter ihres Sohnes Anton.
Annette Humpe verbrachte ihre Kindheit in Herdecke und Bad Pyrmont, wo sie 1971 am Humboldt-Gymnasium ihr Abitur bestand. Nachdem sie in Köln sechs Semester Komposition und Klavier studiert hatte, zog sie 1974 nach Berlin und sammelte erste Erfahrungen in Bands. Ihre jüngere Schwester Inga Humpe ist ebenfalls Musikerin (u. a. 2raumwohnung).
Erste Band-Erfahrungen sammelte Annette Humpe in ihrer Jugend bei Group Therapy und Pink Wave. Sie studierte Komposition und Klavier an der Musikhochschule in Köln.
Kurzbiografie:
Ihre musikalische Karriere beginnt 1980 mit der Band
"Ideal“, deren selbst produzierte Hymne "Berlin" sofort ein
Szene-Hit wird. Mit dem Abebben der "Neuen Deutschen Welle" löst
sich die Band 1983 auf. 1985 ko-produziert sie Rio Reisers erstes
Album. Als Duo Humpe/Humpe landet sie mit ihrer Schwester 1987/88
einige beachtliche Hits. 1991 verpasst sie Udo Lindenberg als
Produzentin den Ohrwurm "Ein Herz kann man nicht reparieren" und
führt "die Prinzen“ zu einem unerwarteten Debüterfolg. Außerdem
produziert sie "Lucilectric“ sowie die Erfolgssingle "Take My
Heart" der "Band ohne Namen“. 1996 erhält sie den "Echo". April
2005 veröffentlicht sie mit Adel Tawil als Duo "Ich&Ich“ die
gleichnamige Platte. Gemeinsam mit ihrer Schwester wird sie 2005
mit der "Eins Live Krone" geehrt.
In Jahren:
1980 bis 1989
1979 bis 1980 – Sängerin, zusammen mit ihrer Schwester Inga Humpe,
der Gruppe Neonbabies
1980 bis 1983 – Sängerin und Keyboarderin der Gruppe Ideal mit
Ernst Ulrich Deuker und Frank Jürgen Krüger

1982 – Backgroundsängerin für die Gruppe Trio u. a bei den
Titeln Da, Da, Da (Ich lieb dich nicht, du liebst mich nicht) und
Herz ist Trumpf
1983 und 1984 – Mitwirkung bei der Formation DÖF
(Deutsch-Österreichisches Feingefühl) mit Joesi Prokopetz und
Manfred Tauchen; Annette Humpe schrieb und produzierte, ihre
Schwester Inga Humpe sang für das Projekt.
1984 – Produzentin der Band Palais Schaumburg
1985 bis 1987 – als Humpe & Humpe veröffentlichte sie gemeinsam
mit ihrer Schwester Inga die Alben Humpe & Humpe (in Englisch
und Deutsch; 1999 auch als CD veröffentlicht) und Swimming With
Sharks (In Englisch) und erreicht hohe Chartsplazierungen für die
Singleauskopplungen Careless Love, No Longer friends sowie Yama-Ha.
1985 beteiligten sich die Schwestern auch an dem Album Whats the
Password von Trio.
1986 – Zusammen mit Udo Arndt produziert sie Rio Reisers erstes
Solo-Album Rio I.. Bei Stephan Remmlers ersten Soloalbum wirkt sie
als Backgroundsängerin mit.
1988 und 1989 – Gemeinsam mit Conny Plank Produktion von Mein
Schatz von Heiner Pudelko (Plank verstirbt während der Aufnahmen);
das Album enthält mehrere Kompositionen von Annette Humpe, darunter
die Single-Auskopplung Christine
1990 – Humpe produziert ihr eigenes Album Solo und veröffentlicht
den Titel Ich laß mich gehn als Maxi-Single
1991 – Zusammenarbeit mit Udo Lindenberg; sie schreibt mit ihrer
Schwester Inga Musik und Text des Liedes Ein Herz kann man nicht
reparieren, das später auch in einer eigenen Version von Humpe
& Humpe auf dem Album Hut ab (Hommage an Udo Lindenberg)
erscheint
1991 bis 1995 – Produzentin der Gruppe Die Prinzen; sie schreibt
zusammen mit Sebastian Krumbiegel und Tobias Künzel u. a. den Hit
Küssen verboten
1993 – Produzentin der Band Lucilectric mit dem Hit Mädchen sowie
von Rio Reiser, Album Über Alles
1995 – Projekt BAMBY, wiederum zusammen mit Schwester Inga. Es
erscheint unter dem Pseudonym BAMBY ein Album Wall Of Sugar sowie
drei CD-Singles. Der Sound ist diesmal eher elektronisch
angehaucht
1996 – Deutscher Schallplattenpreis Echo in der Kategorie
„Produzent/in national“
1996 – 1997 schreibt sie mit Luci van Org (Lucilectric) mehrere
Titel für das Album Jamma nich von Nena, Veröffentlichung
1997
1997 zieht sich Annette Humpe (bis 2002) aus privaten Gründen aus
dem Musikgeschäft zurück
2003 und 2004 – Produzentin der Band Etwas
seit 2004 – Co-Produzentin und Autorin des Musikprojektes Ich+Ich
mit Adel Tawil; dem Debutalbum, das den Projektnamen trug, folgten
mehrere erfolgreiche Single-Auskopplungen (u. a. Du erinnerst mich
an Liebe).
2007 erschien Vom selben Stern, das zweite Album von Ich+Ich,
erreichte Position 4 der deutschen Albumcharts und wurde mit einer
Verweildauer von inzwischen mehr als 20 Wochen in den Top 15 die
bestplazierte Annette-Humpe-Produktion überhaupt.

Diskografie:
Ideal
1980: Ideal
1981: Der Ernst des Lebens
1982: Bi Nuu
1983: Zugabe
1992: Eitel Optimal – Das Beste
2006: Platinum Collection
Inga & Anette Humpe
1985: Humpe & Humpe
1987: Swimming With Sharks
1995: Wall Of Sugar (unter dem Pseudonym BAMBY)
Anette Humpe
1990: Solo
1990: Ich laß mich gehn (Single)
2010: Zeitgeschichte-Das Beste Von Und Für Annette Humpe
Ich+Ich
2005: Ich+Ich
2007: Vom selben Stern
2009: Gute Reise
Preise und Auszeichnungen
1996 Echo in der Kategorie "Produzent national"

Inga und Anette Humpe
Wissenswertes:
Sie ist ein großer Fan des
amerikanischen Musikers Lou Reed. Pfeift auf Konventionen, da sie
ihr ganzes Leben nicht danach gelebt hat. Liebt es, ihre Songs bei
einer guten Flasche Wein zu schreiben.
Zitate:
Ich bin sehr scheu, alles andere
als eine Rampensau. Das kostet mich immer Überwindung, früher auch
schon. Ich beschäftige mich auch mit Buddhismus und das hilft mir,
gelassener älter zu werden.