Mustafa Kemal Atatürk bezeichnete Antalya einst als schönste Stadt der Welt. Als Gründer der türkischen Republik war er vielleicht etwas voreingenommen. Machen Sie den objektiven Check. Lage: traumhaft. In einer wunderschönen Bucht, eingerahmt von den majestätischen Taurusbergen. Sehenswürdigkeiten: das malerische Viertel rund um den alten Hafen und so faszinierende Ausflugsziele wie die Ruinen der antiken Städte Perge und Aspendos. Atmosphäre: mediterranes Flair kombiniert mit türkischer Gastfreundschaft, die perfekte Urlaubsstimmung. Fazit: Der Staatsmann hat seinerzeit nicht zu viel versprochen.
Kleiner Blick ins Schmuckkästchen gefällig? Was dort so blinkt,
das ist die „Perle“ der türkischen Küste. Diesen viel
versprechenden Beinamen hat sich Antalya, Hauptstadt der
gleichnamigen Provinz im Süden der Türkei wahrlich verdient. Gründe
dafür gibt es reichlich: Die Lage in einer traumhaft schönen Bucht
mit einem 35 Meter ins Meer abfallenden Kliff gilt als einzigartig.
Und die bestechende Kombination aus kristallklarem, türkisfarbenem
Meer zu Füßen der Stadt und dem Taurusgebirge im Hintergrund hätten
Landschaftsarchitekten nicht besser kreieren können. Doch vor allem
macht das reiche kulturhistorische Erbe Antalya zu einem besonderen
Ort an der türkischen Küste.
Gerade das Altstadtviertel Kaleiçi hat vom Umdenken in der
türkischen Städtebaupolitik profitiert. Denn so konnten die
baugeschichtlichen Reichtümer aus römischer und byzantinischer Zeit
bewahrt werden. Sie geben der Altstadt heute einen
unvergleichlichen Glanz. Wahrzeichen der einst von König Attalos
II. im 2. Jahrhundert vor Christus gegründeten Stadt ist das
Yivli-Minarett, erbaut im Stile der Seldschuken. Der schlanke Turm
gehört zur Ulu-Moschee, die Sultan Alaadin im Jahre 1230 auf den
Überresten einer byzantinischen Kirche errichten ließ. 45 Meter
hoch ist das aus Ziegelsteinen erbaute Minarett und überragt das
Viertel damit weithin sichtbar. Ein quadratischer Sockel trägt die
Säulen, die sich zu einem Achteck verjüngen. Achten Sie auf den
Schriftzug zu Ihren Füßen, wenn Sie den steinernen Rundgang
betreten: Die Worte Allah und Mohammed wurden hier verewigt. Direkt
an das Minarett schließt sich die Ulu-Moschee an, deren sechs
Kuppeln mit Dachziegeln gedeckt sind. Ebenso wenig zu übersehen,
wenn auch nur 25 Meter hoch, ist der Uhrturm. Er befindet sich am
Kalekapisi-Platz, dort, wo sich einst das nördliche Stadttor erhob.
Ursprünglich standen hier sogar zwei Wachtürme. Ein Überbleibsel
aus der Römerzeit ist der Hidirlik-Turm. Vermutlich diente der 14
Meter hohe Bau zu jener Zeit als Leuchtturm. Berühmteste
Hinterlassenschaft der Römer in Antalya ist jedoch das Hadrianstor.
Es wurde in Erinnerung an den Besuch Kaiser Hadrians im Jahre 139
nach Christus gebaut und gilt als einziges erhaltenes Eingangstor
zur antiken Stadt und zum Hafen. Allerdings wirkt es heute eher wie
ein römischer Triumphbogen als wie ein Stadttor. Drei Bögen und mit
Ornamenten geschmückte Pfeiler tragen ihren Teil dazu bei. Die
angrenzenden Türme auf beiden Seiten stammen aus verschiedenen
Epochen. Während der linke den Römern zugeordnet wird, wurde der
rechte von Sultan Alaaddin Keykubat I. in Auftrag gegeben.
Einem Feuer im Jahre 1869 musste das Kesik-Minarett Tribut zollen.
Dabei verlor es seinen oberen Teil und kam zu seinem heutigen
Namen, der so viel wie „abgebrochenes Minarett“ bedeutet. Der Turm
gehört zur byzantinischen Panagia Basilika. Auf ihren Überresten
ließ Sultan Korkut 1467 eine Moschee errichten. Wenn Sie sich für
das kulturelle Erbe der Stadt und des pamphylischen Raumes
interessieren, sollten Sie unbedingt auch einen Abstecher ins
Archäologische Museum machen. Mehr als 5.000 Exponate werden hier
auf 7.000 Quadratmetern eindrucksvoll in 13 Ausstellungshallen und
auf einem Freigelände präsentiert. Schlendern Sie durch die Galerie
der Götterstatuen, machen Sie im Kaisersaal Bekanntschaft mit den
Herrschern aus römischer Zeit und werfen Sie auch einen Blick auf
die umfangreiche Münzsammlung sowie den Silberschatz von Aspendos.
Die meisten der Ausstellungsstücke stammen aus der Ruinenstätte von
Perge. Erstmals Erwähnung fand diese Küstenstadt im 4. Jahrhundert
vor Christus und erwarb sich in römischer Kaiserzeit ihre besondere
Bedeutung. Gleichzeitig gilt Perge als eine der ersten christlichen
Stätten Kleinasiens. Sogar der Apostel Paulus soll hier das Wort
Gottes verkündet haben. Die Ruinen aus griechischer, römischer und
byzantinischer Zeit vermitteln einen Eindruck davon, wie Städte
einst organisiert waren. Tempel, Thermen, Theater und Stadion – all
das fand seinen Platz im Siedlungsgebiet. Das antike Amphitheater
zählte zu den größten seiner Zeit und bot 14.000 Menschen Platz.
Von den obersten Sitzreihen aus genießen Sie einen hervorragenden
Blick über die gesamte Ruinenstätte.
Noch imposanter ist das antike Theater von Aspendos. Schließlich
wird hier ein weiterer historischer Superlativ gesetzt. 20.000
Besucher fasste dieses Theater und sein Bühnenhaus ist noch heute
vollständig erhalten. Die mehr als 2000 Jahre alte
Vergnügungsstätte gilt als besterhaltenes antikes Theater
Kleinasiens. Noch heute wissen Musiker, Sänger und Tänzer die
einzigartige Atmosphäre zu schätzen. Denn seit einigen Jahren
finden hier wieder Konzerte, Opern und Ballettfestivals statt. Und
wer weiß: Womöglich entdecken Sie ja gerade hier den besonderen
Reiz der „Perle“ Antalya.
Quelle: www.aida.de