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03.06. - Antalya

03.06. - Antalya

Mustafa Kemal Atatürk bezeichnete Antalya einst als schönste Stadt der Welt. Als Gründer der türkischen Republik war er vielleicht etwas voreingenommen. Machen Sie den objektiven Check. Lage: traumhaft. In einer wunderschönen Bucht, eingerahmt von den majestätischen Taurusbergen. Sehenswürdigkeiten: das malerische Viertel rund um den alten Hafen und so faszinierende Ausflugsziele wie die Ruinen der antiken Städte Perge und Aspendos. Atmosphäre: mediterranes Flair kombiniert mit türkischer Gastfreundschaft, die perfekte Urlaubsstimmung. Fazit: Der Staatsmann hat seinerzeit nicht zu viel versprochen.

Kleiner Blick ins Schmuckkästchen gefällig? Was dort so blinkt, das ist die „Perle“ der türkischen Küste. Diesen viel versprechenden Beinamen hat sich Antalya, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Süden der Türkei wahrlich verdient. Gründe dafür gibt es reichlich: Die Lage in einer traumhaft schönen Bucht mit einem 35 Meter ins Meer abfallenden Kliff gilt als einzigartig. Und die bestechende Kombination aus kristallklarem, türkisfarbenem Meer zu Füßen der Stadt und dem Taurusgebirge im Hintergrund hätten Landschaftsarchitekten nicht besser kreieren können. Doch vor allem macht das reiche kulturhistorische Erbe Antalya zu einem besonderen Ort an der türkischen Küste.

Gerade das Altstadtviertel Kaleiçi hat vom Umdenken in der türkischen Städtebaupolitik profitiert. Denn so konnten die baugeschichtlichen Reichtümer aus römischer und byzantinischer Zeit bewahrt werden. Sie geben der Altstadt heute einen unvergleichlichen Glanz. Wahrzeichen der einst von König Attalos II. im 2. Jahrhundert vor Christus gegründeten Stadt ist das Yivli-Minarett, erbaut im Stile der Seldschuken. Der schlanke Turm gehört zur Ulu-Moschee, die Sultan Alaadin im Jahre 1230 auf den Überresten einer byzantinischen Kirche errichten ließ. 45 Meter hoch ist das aus Ziegelsteinen erbaute Minarett und überragt das Viertel damit weithin sichtbar. Ein quadratischer Sockel trägt die Säulen, die sich zu einem Achteck verjüngen. Achten Sie auf den Schriftzug zu Ihren Füßen, wenn Sie den steinernen Rundgang betreten: Die Worte Allah und Mohammed wurden hier verewigt. Direkt an das Minarett schließt sich die Ulu-Moschee an, deren sechs Kuppeln mit Dachziegeln gedeckt sind. Ebenso wenig zu übersehen, wenn auch nur 25 Meter hoch, ist der Uhrturm. Er befindet sich am Kalekapisi-Platz, dort, wo sich einst das nördliche Stadttor erhob. Ursprünglich standen hier sogar zwei Wachtürme. Ein Überbleibsel aus der Römerzeit ist der Hidirlik-Turm. Vermutlich diente der 14 Meter hohe Bau zu jener Zeit als Leuchtturm. Berühmteste Hinterlassenschaft der Römer in Antalya ist jedoch das Hadrianstor. Es wurde in Erinnerung an den Besuch Kaiser Hadrians im Jahre 139 nach Christus gebaut und gilt als einziges erhaltenes Eingangstor zur antiken Stadt und zum Hafen. Allerdings wirkt es heute eher wie ein römischer Triumphbogen als wie ein Stadttor. Drei Bögen und mit Ornamenten geschmückte Pfeiler tragen ihren Teil dazu bei. Die angrenzenden Türme auf beiden Seiten stammen aus verschiedenen Epochen. Während der linke den Römern zugeordnet wird, wurde der rechte von Sultan Alaaddin Keykubat I. in Auftrag gegeben.

Einem Feuer im Jahre 1869 musste das Kesik-Minarett Tribut zollen. Dabei verlor es seinen oberen Teil und kam zu seinem heutigen Namen, der so viel wie „abgebrochenes Minarett“ bedeutet. Der Turm gehört zur byzantinischen Panagia Basilika. Auf ihren Überresten ließ Sultan Korkut 1467 eine Moschee errichten. Wenn Sie sich für das kulturelle Erbe der Stadt und des pamphylischen Raumes interessieren, sollten Sie unbedingt auch einen Abstecher ins Archäologische Museum machen. Mehr als 5.000 Exponate werden hier auf 7.000 Quadratmetern eindrucksvoll in 13 Ausstellungshallen und auf einem Freigelände präsentiert. Schlendern Sie durch die Galerie der Götterstatuen, machen Sie im Kaisersaal Bekanntschaft mit den Herrschern aus römischer Zeit und werfen Sie auch einen Blick auf die umfangreiche Münzsammlung sowie den Silberschatz von Aspendos. Die meisten der Ausstellungsstücke stammen aus der Ruinenstätte von Perge. Erstmals Erwähnung fand diese Küstenstadt im 4. Jahrhundert vor Christus und erwarb sich in römischer Kaiserzeit ihre besondere Bedeutung. Gleichzeitig gilt Perge als eine der ersten christlichen Stätten Kleinasiens. Sogar der Apostel Paulus soll hier das Wort Gottes verkündet haben. Die Ruinen aus griechischer, römischer und byzantinischer Zeit vermitteln einen Eindruck davon, wie Städte einst organisiert waren. Tempel, Thermen, Theater und Stadion – all das fand seinen Platz im Siedlungsgebiet. Das antike Amphitheater zählte zu den größten seiner Zeit und bot 14.000 Menschen Platz. Von den obersten Sitzreihen aus genießen Sie einen hervorragenden Blick über die gesamte Ruinenstätte.

Noch imposanter ist das antike Theater von Aspendos. Schließlich wird hier ein weiterer historischer Superlativ gesetzt. 20.000 Besucher fasste dieses Theater und sein Bühnenhaus ist noch heute vollständig erhalten. Die mehr als 2000 Jahre alte Vergnügungsstätte gilt als besterhaltenes antikes Theater Kleinasiens. Noch heute wissen Musiker, Sänger und Tänzer die einzigartige Atmosphäre zu schätzen. Denn seit einigen Jahren finden hier wieder Konzerte, Opern und Ballettfestivals statt. Und wer weiß: Womöglich entdecken Sie ja gerade hier den besonderen Reiz der „Perle“ Antalya.

Quelle: www.aida.de