Für einen herrlichen Sommertag gehört das Reich des Sonnengottes Helios Ihnen! In der mittelalterlichen Altstadt von Rhodos wandeln Sie auf den Spuren der Kreuzritter. Wenn Sie ganz entspannt das Erbe von Kaiser Augustus antreten wollen, liegt Ihnen die Bucht von Kallithea zu Füßen. Das klare Wasser ist ein Paradies für farbenfrohe Fischschwärme – und für Sie. Gehen Sie mit Schnorchel und Taucherflossen auf Entdeckungstour. Sportliches Sightseeing bieten auch unsere Bikingtouren mit Badestopp. Den Göttern ganz nahe kommen Sie in der Akropolis von Lindos. Die Aussicht auf das gleichnamige Städtchen und das azurblaue Meer ist göttlich!
Dem Mythos zufolge hat über der Einfahrt zum Mandraki-Hafen
einmal der „Koloss von Rhodos“ gestanden. Ein fast 40 Meter hoher
Bronze-Riese – solide, wie man das von einem der Sieben Weltwunder
auch erwarten darf. Bis ein Erdbeben ihn trotzdem zerstörte.
Wiederaufbauen ging nicht, weil das Orakel von Delphi in diesem
Falle vor noch größeren Katastrophen warnte. Und so mussten die
Bürger von Rhodos-Stadt mehr als neun Jahrhunderte lang auf die
gigantischen Trümmer vor der Haustür schauen. Auch eine Art
Katastrophe. Zum Glück siegte der Pragmatismus: Ein syrischer
Händler bot im 7. Jahrhundert Bares für Bruchstücke, transportierte
das kolossale Puzzle ab und ließ die Bronze einschmelzen. Soweit
die Sage. Die belegt, dass jeder Schrott einen Käufer findet, wenn
man nur lang genug wartet. Oder, dass an Orakel glauben die
Aussichten verschandeln kann. In jeder Hinsicht ...
Rhodos jedenfalls ist auch ohne Weltwunder eine wundervolle Welt.
Mythen und eine jahrtausendealte Kulturgeschichte sind es auch
heute noch, die der Insel ihren unvergleichlichen Charakter
verleihen. Während es mit der Wahrheitsfindung bei den Mythen etwas
schwierig wird, können Sie mit der Erforschung der bewegten
Vergangenheit direkt in der Altstadt von Rhodos-Stadt beginnen. Auf
dem Kopfsteinpflaster der Ritterstraße fühlt sich der Entdecker von
heute sogleich in die Zeit der Johanniter und Kreuzzügler
zurückversetzt. Die Johanniter, denen Papst Clemens V. die Insel
1306/07 auf ewige Zeiten zusprach, woraus allerdings nichts wurde,
machten aus Rhodos-Stadt ein christliches Bollwerk. Davon zeugt
noch heute die vier Kilometer lange Stadtmauer, die sie zum Schutz
gegen die Osmanen im 15. Jahrhundert zur modernsten
Wehranlage jener Zeit ausbauten. Neben Türmen, Bastionen und Gräben
ist das Amboise-Tor im Nordwesten besonders beeindruckend und
schön. Der aus dem 14. Jahrhundert stammende Großmeisterpalast fügt
sich zwar harmonisch in das altertümliche Stadtbild ein, doch der
Schein trügt. Das mächtige Kastell wurde während der italienischen
Besatzungszeit zwar nach alten Plänen, aber nicht originalgetreu
wieder aufgebaut. Eine große Explosion in der benachbarten
Johanneskirche hatte es 1856 fast völlig zerstört. Wie eine
Burganlage mutet auch das Ordenshospital an. Heute beherbergt es
das Archäologische Museum und somit Kunstobjekte von mykenischer
bis hin zur römischen Zeit. Neben wunderschönen Keramiken und
aufwändig gearbeitetem Schmuck ist die „Kauernde Aphrodite“ ein
besonders wertvolles Stück. Die Haupteinkaufsstraße in der Altstadt
ist die Odos Sokratus. Wenn Sie sich das bunte Treiben in den
Gassen lieber aus einiger Entfernung anschauen möchten, sollten Sie
sich auf den Monte Smith begeben. Von hier aus haben Sie einen
fantastischen Blick auf die Stadt, die Küste Kleinasiens und die
Nachbarinsel Simi. Einige Überreste der Akropolis von Rhodos gibt
es obendrein.
Rhodos-Stadt war nicht immer Inselhauptstadt. Bevor sie im Jahre
408 v. Chr. auf dem Reißbrett entstand, waren die drei Stadtstaaten
Lindos, Kamiros und Ialisos die wichtigsten Städte auf Rhodos.
Überreste von Ialisos sind auf dem Berg Filerimos, dem „Freund der
Einsamkeit“, erhalten. Durch duftende Pinienwälder schlängeln sich
die Serpentinen auf eine Höhe von 267 Meter hinauf, um schließlich
eine herrliche Aussicht auf die Küste frei zu geben. Spuren einer
2000-jährigen Geschichte machen den Ort zu einem der
stimmungsvollsten Plätze der Insel. Besichtigen können Sie
Überreste eines byzantinischen Klosters aus dem 10. Jahrhundert und
das Tonnengewölbe der Kapelle des Heiligen Georg mit Fresken aus
dem 15. Jahrhundert.
Der seit der Antike bewohnte Ort Lindos trägt den Beinamen „weißes
Juwel am Fuße der Akropolis“ und wird diesem durchaus gerecht. Denn
so wie in der einstigen Seefahrer- und Piratenstadt stellt man sich
die Orte in Griechenland vor. Die weiß getünchten Kapitäns- und
Herrenhäuser vor dem azurblauen Himmel in einem Labyrinth von
Gassen sind nicht nur ein einmaliges Fotomotiv, sondern auch
standhafte Zeugen der Vergangenheit. Fast alle stammen aus dem 17.
und 18. Jahrhundert. Wenn Sie über die herrlichen Kieselmosaike
wandeln, verstehen Sie, warum der gesamte Ort unter Denkmalschutz
steht. Über allem thront schließlich die imposante Akropolis mit
dem Tempel der Athena Lindia und der Johanniterburg. Wenn Ihnen der
Weg auf den 116 Meter hohen Hügel zu beschwerlich ist, können Sie
sich auch bequem auf einem Maultier hinaufschaukeln lassen. Kamiros
im Westen ist heute eine der sehenswertesten archäologischen
Stätten der Insel. Die rekonstruierten Häuser und Straßen geben
einen Eindruck davon, wie das Leben der einfachen Bauern und
Handwerker in der Töpferstadt im 2. Jahrhundert vor Christus
ausgesehen haben mag.
Neben so viel historischem Staub und antiker Geschichte hat Rhodos
auch herrliche Landschaften zu bieten. Zu ihnen zählt etwa die
traumhaft schöne Schlucht im Tal der Schmetterlinge. Anfang Juli
erwachen im Petaloudes-Tal Tausende von Schmetterlingen der Gattung
„Gepunkteter Harlekin“ zum Leben, die ihren eigenwilligen Namen dem
Farbenspiel ihrer Flügelunterseiten verdanken.
Nach so viel Insel-Innenleben ist Strand-Spaß und Segeln an der
Reihe. An den feinsandigen Stränden von Tsambika und Stegna können
Sie dann jeden griechischen Gott einen guten Mann sein lassen
...
Quelle: www.aida.de