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02.06. - Rhodos

02.06. - Rhodos

Für einen herrlichen Sommertag gehört das Reich des Sonnengottes Helios Ihnen! In der mittelalterlichen Altstadt von Rhodos wandeln Sie auf den Spuren der Kreuzritter. Wenn Sie ganz entspannt das Erbe von Kaiser Augustus antreten wollen, liegt Ihnen die Bucht von Kallithea zu Füßen. Das klare Wasser ist ein Paradies für farbenfrohe Fischschwärme – und für Sie. Gehen Sie mit Schnorchel und Taucherflossen auf Entdeckungstour. Sportliches Sightseeing bieten auch unsere Bikingtouren mit Badestopp. Den Göttern ganz nahe kommen Sie in der Akropolis von Lindos. Die Aussicht auf das gleichnamige Städtchen und das azurblaue Meer ist göttlich!

Dem Mythos zufolge hat über der Einfahrt zum Mandraki-Hafen einmal der „Koloss von Rhodos“ gestanden. Ein fast 40 Meter hoher Bronze-Riese – solide, wie man das von einem der Sieben Weltwunder auch erwarten darf. Bis ein Erdbeben ihn trotzdem zerstörte. Wiederaufbauen ging nicht, weil das Orakel von Delphi in diesem Falle vor noch größeren Katastrophen warnte. Und so mussten die Bürger von Rhodos-Stadt mehr als neun Jahrhunderte lang auf die gigantischen Trümmer vor der Haustür schauen. Auch eine Art Katastrophe. Zum Glück siegte der Pragmatismus: Ein syrischer Händler bot im 7. Jahrhundert Bares für Bruchstücke, transportierte das kolossale Puzzle ab und ließ die Bronze einschmelzen. Soweit die Sage. Die belegt, dass jeder Schrott einen Käufer findet, wenn man nur lang genug wartet. Oder, dass an Orakel glauben die Aussichten verschandeln kann. In jeder Hinsicht ...

Rhodos jedenfalls ist auch ohne Weltwunder eine wundervolle Welt. Mythen und eine jahrtausendealte Kulturgeschichte sind es auch heute noch, die der Insel ihren unvergleichlichen Charakter verleihen. Während es mit der Wahrheitsfindung bei den Mythen etwas schwierig wird, können Sie mit der Erforschung der bewegten Vergangenheit direkt in der Altstadt von Rhodos-Stadt beginnen. Auf dem Kopfsteinpflaster der Ritterstraße fühlt sich der Entdecker von heute sogleich in die Zeit der Johanniter und Kreuzzügler zurückversetzt. Die Johanniter, denen Papst Clemens V. die Insel 1306/07 auf ewige Zeiten zusprach, woraus allerdings nichts wurde, machten aus Rhodos-Stadt ein christliches Bollwerk. Davon zeugt noch heute die vier Kilometer lange Stadtmauer, die sie zum Schutz gegen die Osmanen im 15. Jahrhundert zur modernsten  Wehranlage jener Zeit ausbauten. Neben Türmen, Bastionen und Gräben ist das Amboise-Tor im Nordwesten besonders beeindruckend und schön. Der aus dem 14. Jahrhundert stammende Großmeisterpalast fügt sich zwar harmonisch in das altertümliche Stadtbild ein, doch der Schein trügt. Das mächtige Kastell wurde während der italienischen Besatzungszeit zwar nach alten Plänen, aber nicht originalgetreu wieder aufgebaut. Eine große Explosion in der benachbarten Johanneskirche hatte es 1856 fast völlig zerstört. Wie eine Burganlage mutet auch das Ordenshospital an. Heute beherbergt es das Archäologische Museum und somit Kunstobjekte von mykenischer bis hin zur römischen Zeit. Neben wunderschönen Keramiken und aufwändig gearbeitetem Schmuck ist die „Kauernde Aphrodite“ ein besonders wertvolles Stück. Die Haupteinkaufsstraße in der Altstadt ist die Odos Sokratus. Wenn Sie sich das bunte Treiben in den Gassen lieber aus einiger Entfernung anschauen möchten, sollten Sie sich auf den Monte Smith begeben. Von hier aus haben Sie einen fantastischen Blick auf die Stadt, die Küste Kleinasiens und die Nachbarinsel Simi. Einige Überreste der Akropolis von Rhodos gibt es obendrein.

Rhodos-Stadt war nicht immer Inselhauptstadt. Bevor sie im Jahre 408 v. Chr. auf dem Reißbrett entstand, waren die drei Stadtstaaten Lindos, Kamiros und Ialisos die wichtigsten Städte auf Rhodos. Überreste von Ialisos sind auf dem Berg Filerimos, dem „Freund der Einsamkeit“, erhalten. Durch duftende Pinienwälder schlängeln sich die Serpentinen auf eine Höhe von 267 Meter hinauf, um schließlich eine herrliche Aussicht auf die Küste frei zu geben. Spuren einer 2000-jährigen Geschichte machen den Ort zu einem der stimmungsvollsten Plätze der Insel. Besichtigen können Sie Überreste eines byzantinischen Klosters aus dem 10. Jahrhundert und das Tonnengewölbe der Kapelle des Heiligen Georg mit Fresken aus dem 15. Jahrhundert.

Der seit der Antike bewohnte Ort Lindos trägt den Beinamen „weißes Juwel am Fuße der Akropolis“ und wird diesem durchaus gerecht. Denn so wie in der einstigen Seefahrer- und Piratenstadt stellt man sich die Orte in Griechenland vor. Die weiß getünchten Kapitäns- und Herrenhäuser vor dem azurblauen Himmel in einem Labyrinth von Gassen sind nicht nur ein einmaliges Fotomotiv, sondern auch standhafte Zeugen der Vergangenheit. Fast alle stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Wenn Sie über die herrlichen Kieselmosaike wandeln, verstehen Sie, warum der gesamte Ort unter Denkmalschutz steht. Über allem thront schließlich die imposante Akropolis mit dem Tempel der Athena Lindia und der Johanniterburg. Wenn Ihnen der Weg auf den 116 Meter hohen Hügel zu beschwerlich ist, können Sie sich auch bequem auf einem Maultier hinaufschaukeln lassen. Kamiros im Westen ist heute eine der sehenswertesten archäologischen Stätten der Insel. Die rekonstruierten Häuser und Straßen geben einen Eindruck davon, wie das Leben der einfachen Bauern und Handwerker in der Töpferstadt im 2. Jahrhundert vor Christus ausgesehen haben mag.

Neben so viel historischem Staub und antiker Geschichte hat Rhodos auch herrliche Landschaften zu bieten. Zu ihnen zählt etwa die traumhaft schöne Schlucht im Tal der Schmetterlinge. Anfang Juli erwachen im Petaloudes-Tal Tausende von Schmetterlingen der Gattung „Gepunkteter Harlekin“ zum Leben, die ihren eigenwilligen Namen dem Farbenspiel ihrer Flügelunterseiten verdanken.

Nach so viel Insel-Innenleben ist Strand-Spaß und Segeln an der Reihe. An den feinsandigen Stränden von Tsambika und Stegna können Sie dann jeden griechischen Gott einen guten Mann sein lassen ...

Quelle: www.aida.de